Februar 29

Was immer alle wissen wollen

Ja, die beschriebenen Ereignisse sind wahr. Allerdings werden sie verfremdet dargestellt, um die Hauptakteure darin zu schützen. Im Kern sind die beschriebenen Erlebnisse allerdings wahr. Die meisten Texte handeln von Palliativpatienten, also Menschen, die an einer unheilbaren Krankheit leiden und bei denen es keine Aussicht auf Heilung mehr gibt. Diese Menschen und ihre Angehörigen brauchen eine besondere Zuwendung, wie sie von einem speziell ausgebildeten Team aus Palliativmedizinern und Palliativfachkräften (z.B. aus der Pflege) gewährleistet wird.

Ich arbeite in der ambulanten Palliativmedizin. Ich bin zwar an einer Klinik angestellt, aber mein Hauptaufgabenbereich sind die Patienten, die zu Hause sind und dort auch versterben möchten. Sie werden in der Regel bis zu ihrem Tode zu Hause betreut. Die Betreuung sieht so aus, dass man Ihnen das Leben zu Hause so angenehm wie möglich machen möchte, Ihre Symptome lindert und die Angehörigen führt. Die Betreuung geht so weit, dass wir auch eine Pleura- oder Aszitespunktion „am Küchentisch“ machen, wenn die Situation es erfordert (das kommt gar nicht so selten vor). Die durchschnittliche Überlebenszeit eines Patienten in der ambulanten Palliativbetreuung beträgt übrigens 22 Tage. Das heißt aber nicht, dass der Patient in dieser Zeit versterben „muss“. Manche Patienten werden auch ein Jahr lang betreut, andere nur ein paar Stunden.

Um diese Menschen geht es hier auf diesem Blog.

Und dann bin ich ja immer noch Notärztin mit Leib und Seele. und das bleibe ich auch, also auch wenn der Blog im neuen Design daherkommt, so werden doch immer wieder ein paar Blaulichtgeschichten dazwischen gestreut…