Mai 27

Danke, danke, danke!

Neulich ist mir mal was echt Nettes passiert. Etwas, was ich so schon länger nicht erlebt habe.

Es war ein Feiertag und ich hatte Dienst. Hintergrund-Rufbereitschaft, ich kann mich also fröhlich in der Stadt bewegen und muss nur ans Telefon gehen, wenn es denn klingelt. Ich zerrte die Kinder also in die Straßenbahn und wollte mit Ihnen in den Park fahren. Mein privates Telefon hatte ich in meiner Tasche, mein Diensttelefon steckte ich lieber mal in meine Jeans, weil ich ja sicher sein wollte, dass ich es höre. Ich stiegt mit plärrenden Kindern schließlich wieder aus der Straßenbahn aus und wollte in die S-Bahn steigen – zwischenzeitlich wollte ich einen Blick auf das Diensttelefon werfen um sicherzugehen, dass ich bei all dem Lärm nichts überhört habe. Das Telefon – war weg. Ein iPhone 5s. Weg. Davon mal abgesehen, dass es eh schon den ganzen Tag geklingelt hatte und ich einen erneuten Anruf innerhalb der nächsten 15 Minuten erwartete. Jetzt war es weg. Ich suchte panisch alles ab, aber das Telefon blieb verschwunden.
Also rief ich es mit meinem privaten Telefon an – und was soll ich sagen, ein junger Kerl ging ran und sagte mir, er habe mein Telefon gefunden. Er sei noch in der Tram, er würde es dann im Laufe des Tages im Fundbüro abgeben. Ich machte ihn auf meine Misere mit der Rufbereitschaft aufmerksam. Kein Problem, sagte er, er steige einfach an der nächsten Haltestelle aus und würde da auf mich warten. Ich sprang also in die nächste Tram, die des Weges kam und fuhr ihm hinterher. An der verabredeten Station stieg ich aus – und er ein. Gab mir im Vorbeigehen mein Telefon zurück – und das war’s. Ich konnte mich nicht groß bedanken, ich konnte mich nicht revanchieren, ich konnte nur kurz „vielen, vielen Dank“ sagen.

Daher sage ich jetzt nochmal Danke an den Unbekannten, der so völlig uneigennützig 10 Minuten für ein einfaches Danke an der Haltestelle rumstand, nur um einem Schussel wie mir das Telefon hinterherzutragen. Danke, danke, danke!